Standort Leipzig

Der Gießerei-Standort Leipzig hat eine lange Tradition. Über hundert Jahre schon wird am Westrand von Leipzig Eisen gegossen. Bereits 1934 wurden hier für Opel Grauguss-Blöcke produziert, auch damals schon gab es eine Abteilung Leichtmetall, vorwiegend für Flugzeugmotoren.

Die heutige Gießerei allerdings wurde zwischen 1983 und 1986 “auf der grünen Wiese” errichtet. Die damalige Staatsregierung der DDR – unter dem Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker – hatte das Werk komplett in Japan gekauft, es wurde auch von Japanern errichtet und lange betreut. Es gehörte zum VEB Metallgusswerk (MEGU) Leipzig, Kombinat Gisag.

1986 wurde in dem eng verketteten und hochautomatisierten Werk – nach einigen Anlaufschwierigkeiten – die Fertigung aufgenommen. Abnehmer waren die Lkw-, Traktoren- und Landmaschinen-Zentren der DDR, gegossen wurden Zylinderkurbelgehäuse, Zylinderköpfe, Abgaskrümmer, Kupplungsgehäuse, Schwungradgehäuse, Achsen und Bremstrommeln. Ein Jahr später schon – die sogenannte “Ostpolitik” zeigte auch wirtschaftliche Auswirkungen – wurden in Lizenz VW-Motorblöcke für den Wartburg und den Trabant gegossen.

Dann kam die Wende. Das Nutzkraftwagenkombinat, zu dem die MEGU mittlerweile gehörte, wurde im Juli 1990 aufgelöst und in drei selbstständige Kapitalgesellschaften überführt, eine davon war die Fahrzeugguss Leipzig GmbH (FGL). Geführt wurde das Unternehmen von der Treuhandanstalt in Berlin und Leipzig bis zur 1993 erfolgten Privatisierung durch die Halberg Guss GmbH Saarbrücken.

Der Zusammenbruch des sozialistischen Systems und damit auch der des Landmaschinen- und Lkw-Baus bedeutete auch den Verlust von 80 er Auslastung. In der Folge schrumpfte auch die Zahl der Belegschaft auf anfänglich rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 1992 stabilisierte sich die Produktion von Zylinderkurbelgehäusen für VW mit zwar anfänglich geringen Mengen, doch von nun an ging es langsam bergauf.

Das Werk Leipzig von Halberg Guss hat in den letzten Jahren bewiesen, dass es auf hohem Niveau produziert. Der Auftrag, für den größten europäischen Automobilhersteller VW den “Konzernblock” EA 188 – besser bekannt unter dem Kürzel “1,9-Liter TDI” – zu gießen, beweist das Vertrauen in die Belegschaft. Auch die Produktion von großen Blöcken für Lkw und Nutzfahrzeuge wurde wieder aufgenommen, die dazu erforderliche Kapazitätserhöhung wurde im Jahr 2005 erteilt.

Und auch eine andere Tradition des Standortes wurde weitergeführt: in der Aluminium-Kokillen-Gießerei im Werk Leipzig werden die Bedplates für die Drei- und Vierzylinder für den Corsa und Astra von Opel in Leichtmetall gegossen.

Seit der Privatisierung sind über 50 Millionen Euro an Investitionen in die Gießerei geflossen, die Zahl der Belegschaft hat sich mittlerweile auf deutlich über 500 erhöht.

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